22.8.12
Wie angekündigt, habe ich also Anfang August überprüft (oder es jedenfalls versucht), ob denn Marianna die Reservation der Unterkunft wie gewünscht vorgenommen hat. Ich surfte auf der Homepage der Hütte vorbei um die Telefon-Nr. von Marianne herauszusuchen und – siehe da - ein ganz neuer Webauftritt. Zuvor (bis Ende Juli) war auf der Site nur ein Bild und in grossen Lettern war notiert, dass die Hütte nur via Festnetz erreichbar sei und sie solch modernen Dinge via Handy und eMail nicht unterstützt würden. Neu aber war die Webseite modern aufgemacht, mit verschiedenen Rubriken und Bildern und Menukarten usw. Auch ein Kontaktformular und eMail-Adressen waren prominent aufgeführt. Also tippte ich los und füllte das Kontaktformular aus und formulierte in französisch meine Frage ob der korrekten Reservation für die Übernachtung. Bevor ich das Formular auf der Webseite lossenden konnte musste ich sogar noch ein persönlichen Account eröffnen unter Angabe recht vieler Informationen über mich. In der Hoffnung auf eine Antwort auf meine web-Anfrage wartete ich also einige Tage. Aber die Tage verstrichen und nix - und ich wiederholte meine Anfrage dann via „normales“ eMail, aber auch dies wurde nicht beantwortet. Scheinbar haben die Kerle der Hütte zwar den Webauftritt modernisiert und erneuert, aber halten nach wie vor am alten Spruch fest, dass sie von neuen Kommunikationsmitteln via Handy und eMail gar nix hielten.
Also versuchte ich die Marianna altertümlich unter dem Festnetzanschluss zu erreichen. Einmal, zweimal, immer wieder. Morgens, Weekends, Mittags, Abends… und – endlich heute hatte ich Marianna endlich am Draht.
Sie schaute in ihrem grossen Reservationsbuch nach und siehe da, ein Eintrag mit einer Reservation für 6 Personen in zwei Zimmer war fein säuberlich und korrekt eingetragen. Die Reservationen laufen scheinbar bei dieser Methode nicht unter einem Namen, sondern unter einer Telefon-Nr. Unsere Reservation läuft also nicht etwa unter Röthlisberger oder auch nicht unter Kohler oder Wernli, sondern unter (m)einer Handy-Nr. Zwar hat Marianna mir die eingetragene Handy-Nr. mehrmals langsam diktiert, aber es ist sicher nicht meine Handy-Nr. sondern eine andere, wenigstens recht ähnliche Telefon-Nr., aber definitiv andere. Ändern wollte sie die Reservation auf meine korrekte Handy-Nr. aber nicht. Also – sind wir gespannt, es gibt da eine Reservation und ich hoffe, die passt dann zu uns wenn wir Samstags um ca. 18:00 bei der Baracke auftauchen. Ich bin sicher, ihr könnt Euch ja vorstellen, was die Antwort war auf meinen Wunsch, ob Marianna mir die Reservation via eMail bestätigen könnte ...
Hier nun noch der vorgesehene Fahrplan für SA 25.8., damit ihr Eure Abfahrt etwas planen könnt :
Brugg ab Gleis 4 08:07 für die Habsburger
Aarau an Gleis 6 08:24
Aarau Umsteigen/Zusteigen für die Möriker
Aarau ab Gleis 4 08:29
Biel/Bienne Zusteigen für die M’seer (08:39)
Biel ab Gleis 4 09:19
Neuchâtel an 09:35
Ich werde diesen Freitag Mittag noch ein kleines detailliertes Programm versenden. Checkt also Eure eMail-Accounts nochmals bevor ihr Freitag Abend eure Rucksäcke packt.
Morgen werde ich noch Kontakt haben mit den Wetterleuten. Auch das wird sicher wieder ein Fight.
Ich wünsche Euch allen noch ein paar coole/kühle Stunden bis Samstag.
16.7.12
Also packte ich gestern die Gelegenheit um mit dem Bike nochmals auf den Creux du Van zu gehen um mir diese mechante baraque anzusehen. Leider war soviel los dort oben, so dass ich gar nicht die Möglichkeit hatte mich mit Marianna zu unterhalten, alles Personal war so extrem beschäftigt mit Fondue usw. Ich werde mich dann in ein paar Tagen nochmals telefonisch erkundigen ob es mit unserer Reservation klappen wird. Die Unterkunft sieht OK aus, Massenlager und kleinere Zimmer, in der einfachen Dusche gabs Wasser, aber es scheint als ob es eine Mixed-Dusche ist, aber das werden wir auch noch irgendwie schaukeln. Trinkwasser ab Wasserhahn gibt es nicht, aber das ist im Jura Normal. Menü ist Fondu, Fondu oder Fondu und dann noch Kartoffelgratin oder kalter BündnerfleischTeller. Ob's am Abend dann anders ist werden wir sehen.. Die Lage eigentlich optimal, 2Min von der Krete des Creux du Van entfernt. Ideal um Sonnenaufgangsfotos um 06:00 zu schiessen, oder ev. lieber Sonnenuntergangsfotos...Muss mir nun noch Gedanken machen wie ich die Route legen soll, dass wir SA ca. 4-5h wandern und dann am SO noch ca. 3-4h. (so ist glaube ich die Vorgabe aus den Vorjahren)
PS
Hier noch ein Ausschnitt meinen gestrigen Erlebnisse....
Übrigens geht es mir heute wieder sehr gut und es tönt wohl etwas gar schaurig, aber es war trotzdem so.... und Moni - Du musst Dir kein schlechtes Gewissen machen, ich machte den Tripp ja nicht ausschliesslich für Dich und das Wanderweekend, sondern auch ein bisschen für mich und für ein tolles weekend gestern....
Ich war also am Sonntag auf der Biketour ca 45km über Stock und Stein. Sicher eine halbe Stunde war es so steil nach oben, dass ich sogar das Bike tragen musste! Uffff! Aber irgendwie hab ich es dann trotzdem geschafft bis oben zum Creux du Van. Herrliche Aussicht unterwegs auf den Neuenburgersee und überwältigende Aussicht oben an der Felskannte vom Creux du Van. Nicht umsonst heißt es dort oben Grand Canyon der Schweiz. Leider hab ich es verpasst oben in der Beiz etwas zu trinken, aber ich bin ins Grass gelegen, habe einen kleinen Picknick gemacht und hab mich vom Aufstieg erholt. Voller Freude hab ich mich dann in die Abfahrt gestürzt. Ich weiß jetzt warum Myriam mir gesagt hat ich soll aufpassen. Etwas habe ich schon aufgepasst aber sicher zuwenig und ich hab definitiv zu wenig gebremst. Zum Glück hatte ich auf die Tour den Velohelm montiert. Ich rase also auf dem schmalen Teersträsschen gegen das Tal. Bäume flitzen vorbei und immer wieder eine Haarnadelkurve. Das Herz rast voller Konzentration und voller Freude. Immer mit beiden Händen fix an den Bremsen aber nicht allzufest denn ich will ja sausen. Und plötzlich kommen 3 Autos entgegen, ganz langsam, aber ich bin schnell , sehr schnell. Mit voller Kraft auf beiden Bremsen aber ich merke, allzufest darf ich nich sonst überstellt es mich sofort. Alles in Sekundenbruchteilen. Das Hinterrad halb in der Luft, also wieder etwas weg von der vorderen Bremse. Die Autos kommen immer näher. Ich musste etwas tun. Ganz auf die Straßenseite, aber bei meinem Ritt ist das manövrieren kaum möglich. Aber der Straßenrand kommt trotzdem immer näher und die Autos auch. Irgendwann kam in diesen Sekundenbruchteilen auch noch der Gedanke, dass es ev. überhängend in die Tiefe gehen könnte, aber .... Krrrekrekplumkreischknorrkrr ... zu spät! Den Autos bin ich elegant ausgewichen aber in einem dreifache Salto mit Looping bin ich dann sicher 20Meter in die Tiefe gestützt. Das Bike irgendwie durch meine Beine geklemmt mit einem Doppelschlick, überall Dreck und Äste, ich konnte mich kaum bewegen und vor lauter Schreck kaum atmen. Von weit oben hörte ich aufgeregte Romands die irgendwas auf französisch zu mir herunter schrien. Verstehen konnte ich nix. Überall Blätter. Irgendwie konnte ich die Knüppel in meine Beinen lösen und das Bike von mir loslösen. Ich war nicht sicher ob bei mir noch alles dran war. Langsam prüfte ich- ein Bein das andere Bein, die Arme, der Kopf - ja alles war noch da. In meinem Schock merkte ich nicht ob mir was ernsthaft weh tat. Einer der Welschen ist zu mir runtergeklettert, all seine Kumpels blieben oben und riefen besorgte Kommentare runter. Irgendwie hab ich es auf allen Vieren den supersteilen Hang wieder hoch geschafft. Der andere Typ versuchte mein Bike hochzubringen aber versagte. Noch zwei seiner Kumpels mussten ihn da aus dem Abhang befreien und mein Bike auch noch hochziehen. Irgendeinmal sind wir alle wieder auf der Strasse und das Bike war noch ganz. Besorgt sind nun auch die jungen Frauen ausgestiegen und prüften immer wieder ob ich den Sturz überlebt hatte. Überall Kratzer und Schürfungen und Dreck und Dreck und auch irgendwo noch etwas Blut. Langsam Begriff ich, dass ich extrem Glück hatte und nur mit ein paar Schrammen davongekommen war. Noch X-Mal haben sich die Leute erkundigt ob alles OK sei. Ich hab die Kette beim Bike wieder reingemecht, bin auf den Sattel gestiegen und habe meine Talabfahrt weitergeführt. Sicher diesmal noch etwas mehr Bremsig, aber es ging halt immer noch sausig bergab. Unten angekommen stieg ich vom Bike, die Knie immer noch etwas weich, aber ich hab's überstanden. Das nächste mal werd ich sicher besser aufpassen!!!
Endlich kommt der Sommer und eigentlich sollte ich längst unsere EndeAugustWanderung organisieren.... Auf ausdrücklichen Wunsch von Moni geht es dieses Jahr in den Neuenburger Jura zum Grand Canyon der Schweiz, welcher aber eigentlich gar kein Canyon ist. Habe letztes Jahr extra ein Weekend für eine detaillierte Rekognoszierung geplant. Ich kann euch versichern, es wird ein extrem eindrückliches Naturspektakel.
Seit ein paar Tagen bin ich nun am Unterkunft suchen. Leider ist die optimale Ferme Robert ausgebucht. Leider! Diese Herberge wäre von der Lage und von unseren Anforderungen an den Standard Ideal gewesen. Nun musste ich weitersuchen, was gar nicht so einfach ist wenn man nicht von der Gegend dort ist und sowieso alle französisch parlieren. Viele der Möglichkeiten waren irgendwelche komischen Bahnhofbuffets oder überteuerten LuxusResorts oder antiken Motels an der Hauptstrasse. Habe dann schon aufgegeben und mich nach anderen Gegenden umgeschaut, aber die Moni wäre sicher extrem enttäuscht... und hätte ewig diesem Ausflug in die wilde Natur von Neuchatel nachgetrauert. Also nahm ich heute an meinem Hausmanntag nochmals Anlauf um etwas Recherche zu betreiben. Ich bin nun auf eine "baraque mechante" gestossen und habe mich dort schon mal erkundigt. Die Madame (wohl die Muse des Besitzers) am Telefon sprach nur gebrochenes französisch und ihr deutsch war noch besser als ihr französisch und die Telefonleitung war von einer Qualität die wohl genau zum Haus passt - wild eben. Ich vermute ihre Muttersprache ist von Portugal - immer wenn sie ihren Mann im Hintergrund was fragte tönte das wie die portugiesischen Fußballprofis an der Euro im Interview. Aber es geht ja nun nicht darum wer Fussballeuropameister wird, sondern um diese Baraque. So wie ich glaube verstanden zu habe, gibt es große Schlafsääle und es gibt 3 DreierEinzelzimmer (was auch immer das sein mag). Ich habe ihr erklärt, dass wir 6 unkomplizierte Personen sind. Sofort hat sie in ihr Buch zwei dieser EinzelDreierzimmer eingetragen. Ich vermute mal, dass wir alle 6 nun irgendeine Britsche oder ein Bett haben werden. Wie ich Euch kenne, könnt ihr ja extrem flexibel sein, ev. müssen wir das dann auch. Übrigens, Marianna heißt glaube ich diese Madame, sie hat mir noch erklärt, dass es ein einheitliches Menü geben wird um genau 18:00. Was genau dann am 25.8.12 zum Nachtessen serviert wird habe ich nicht getraut zu fragen, das hätte sicher die Konversation nur noch komplizierter gemacht. Eveline sollte sich ev. bei ihrer Vorbereitung auf gewisse essenstechnisch nicht so optimale Umstände gefasst machen...
Ich werde sicher Anfang August diese Marianna nochmals anrufen um zu prüfen, ob unsere Namen denn wirklich in ihrem großen Reservationsbuch drin stehen. Bitte gebt mir doch in den nächsten paar Tagen bekannt, ob ihr wirklich Ende August Euch auf ein fantastisches Naturerlebnis einlassen wollt und wieviele Betten ich bei der Marianna dann definitiv "buchen" kann. Ev. wollt ihr ja noch jemanden anderen von diesem Tripp überzeugen, es gäbe ja gem. Marianna noch einen große Schlafsaal.....
Sicher werde ich Anfang August mit viele weiteren Details wieder auf Euch zukommen. Mit dieser Ankündigung sollt ihr einfach mal das Weekend vom 25.-26.August reservieren.
Also - Wünsche Euch nun tolle Ferien (Moni und Peter sind glaube ich grad am üben in den wilden kanadischen Rockies ... oder viel mehr auf der fantastischen VancouverIsland) und wir anderen genießen nun den Sommer hier in der Schweiz und warten gespannt bis Italia nun Europameister wird.
28.6.12